
Relevante Energieformen
| Endenergieform | Nutzenergieform | Nebenenergieform(en) |
| (Fossile) Brennstoffe | Elektrischer Strom | Wärme |
Kurzbeschreibung
Physikalisches Prinzip: Joulprozess (Gasturbine) gekoppelt mit Clausius-Rankine-Prozess (Dampfturbine).
Prozessablauf (Biedermann; Kolb 2014)
- Brennstoff (z.B. Erdgas) und Luft wird von einem Kompressor verdichtet.
- Verdichtetes Luft-Brennstoffgemisch wird in einer Brennkammer gezündet und zur Reaktion gebracht
- Das heiße Brenngas wird in der Gastrubine entspannt
- Über die Turbine wird ein Generator angetrieben über welchen Strom erzeugt wird
- Das immernoch relativ heiße Abgas wird als Wärmequelle für das Verdampfen eines Mediums in einem nachgelagerten Kreislauf verwendet.
- Im 2. Kreislauf wird das Verdampfte Medium in einer zweiten Turbine entspannt
- Anschließend wird das Medium in einem Kondensator kondensiert
- und in einer nachgelagerten Speisewasserpumpe auf den nötigen Druck gebracht
Berechnung des Umwandlungswirkungsgrades, typische Werte
Der Gesamtwirkungsgrad eines GuD-Kraftwerkes berechnet sich aus der erzeugten Strommenge und der genutzten Wärme:
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Mit
= elektrische Leistung,
= Abwärmeleistung,
= Zugeführte Brennstoffleistung
Typische Wirkungsgrade liegen bei bis etwa 60 % (reine Stromerzeugung), bis zu 90 % (Wärme- und Stromerzeugung) (Marenbach; Nelles; Tuttas 2013)
Betriebs-Charakteristika
| Typische Anfahrtzeiten | heiß: 1 h, kalt: 3 h Typische Lastgradienten: 4 %/min (Wesselak; Schabbach; Link; Fischer 2017) |
|
| Regelbarkeit | Typischerweise haben die Kraftwerke Mindestleistungen von ca. 40-50 % der Nennlast und können zwischen der Mindest- und der Maximallast stufenlos geregelt werden (Wesselak; Schabbach; Link; Fischer 2017). | |
Energetische Kennwerte
| Verfügbare Leistungsstufen/-klassen | 10 – 1.000 MW |
| Wirkungsgrad in Abhängigkeit der Auslastung | Wirkungsgradverlust bei Pmin : 11 % (Wesselak et al., 2017) |
Wirtschaftliche Kennwerte
| Investkosten/kW | 500 €/kW (Marenbach; Nelles; Tuttas 2013) |
| Komplexität | hohe Systemkomplexität, nur ausgebildetes und geschultes Personal |
Subjektive Technologie-Portfolio-Analyse
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Energetischer Impact | Hat die Technologie typischerweise einen bedeutenden Anteil am Strombedarf eines Fabrikbetriebes? (Grün = Tendenziell ja, Gelb = eher nicht, Rot = Nein (weil z.b. andere Energieträger)) | ||
| Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | |||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Grad der Prozessentkopplung | Wie stark beeinflusst die Anlage in der Regel den Hauptprozess? (Grün = Zwischen der Anlage und dem Hauptprozess befindet sich i.d.R. ein Speicher oder Netz, Gelb = Anlage ist tendentiell nahe am Prozess verbaut, Rot = Anlage hat i.d.R. direkt Einfluss auf den Prozess) | |||
| Möglichkeit des Energieträgerwechsels | Ist ein Energieträgerwechsel möglich? (Grün = Ja in der gleichen Anlage, Gelb = Mit einer zweiten Anlage, Rot = Nein) | |||
| Umrüstaufwand | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Erschließungskosten der Maßnahme | Wie hoch sind die spezifischen Investitionshöhen (Grün = niedrig (z.B. nur andere Regelungsart), Gelb = mittel, Rot = hoch (z.B. teure zweite Anlage muss installiert werden) | ||
| Spezifische Wandlerkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Rot = hoch) | |||
| Abrufkosten der Maßnahme | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) | sehr stark fallabhängig |
Best Available Technology
Ja – Mit GuD-Kraftwerken kann prinzipiell Energieflexibilität angeboten werden.
Zusammenfassung genereller Vor- und Nachteile
Vorteile
- hoher Wirkungsgrad
- Strom und Wärme können bereit gestellt werden
- geringe spezifische Investitionskosten
Nachteile
- bei der Verbrennung entsteht CO2
Anwendungsbeispiele
Kohlekraftwerke sowie GuD Kraftwerke werden zur Deckung der Grundlast eingesetzt. Gasturbinen hingegen werden aufgrund ihrer hohen Leistungsgradienten zur Deckung der Spitzenlast eingesetzt. (Wesselak; Schabbach; Link; Fischer 2017)
Literaturverzeichnis
- Biedermann, F.; Kolb, M. (2014): Ratgeber Wärme in Hessen. Nutzung von Wärmetechnologien. Hg. v. IHK Hessen
- energie-lexikon.info (2010): Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk, zuletzt geprüft am 01.08.2019
- energie-lexikon.info (2010): Kohlekraftwerk, zuletzt geprüft am 01.08.2019
- gas-und-dampfturbinenkraftwerk.de: GUD-Kraftwerk, zuletzt geprüft am 01.08.2019
- Marenbach, R.; Nelles D.; Tuttas C. (2013): Elektrische Energietechnik, Grundlagen, Energieversorgung, Antriebeund Leistungselektronik, Springer Vieweg
- Oeding, B.; Oswald, B. R. (2016): Elektrische Kraftwerke und Netze, Springer Vieweg
- Wesselak, V.; Schabbach, T.; Link, T.; Fischer J. (2017): Handbuch Regenerative Energietechnik, Springer Vieweg

