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Druckluftspeicher
Sichere und saubere Speichertechnologie
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Sichere und saubere Speichertechnologie

Relevante Energieformen
Gespeicherte Energieform:
Kurzbeschreibung
Ein Kompressor verdichtet die Luft auf ein bestimmtes Niveau und füllt so lange Druckluft in den Behälter, bis dessen (vorher eingestellter) Maximaldruck erreicht ist. Gleichzeitig wird dabei der Bedarf des Druckluftsystems versorgt, d.h. nur ein Teil der Druckluft fließt in den Behälter. Je größer der Bedarf, desto langsamer füllt sich der Behälter. Der Speicher ist maximal befüllt, wenn die obere Druckgrenze des Behälters erreicht ist. Der Kompressor wird nun je nach Regelung in den Leerlauf oder abgeschaltet, der Druckluftspeicher kann nun den Bedarf des Systems solange eigenversorgen, bis die untere Druckgrenze des Speichers erreicht ist. Ist dieser Wert erreicht, wird der Kompressor wieder betrieben und liefert Druckluft sowohl zur Bedarfsversorgung als auch zur Speicherbefüllung.
Der Speicher kann sowohl direkt hinter dem Kompressor als auch in der Nähe der Verbraucher positioniert sein.
Typisches Material:
Aluminum- oder Stahlbehälter
Funktionsskizze
Berechnung des Umwandlungswirkungsgrades, typische Werte
Grundsätzlich sind keine Verlustleistungen bei der Speicherung von Druckluft bekannt. Eine starke Abkühlung der gespeicherten Druckluft kann aufgrund des Zusammenhangs p*V/T einen minimalen Druckverlust bewirken. Bei dezentralen Druckluftspeichern ist die Luft bereits minimal abgekühlt, Druckverluste ergeben sich deshalb nicht. Bei zentralen Druckluftspeichern ist mit minimalen Verlusten zu rechnen.
Bauarten
| Bauart | Hochdruckspeicherkonzept | Niederdruckkonzept | Standardspeicher |
| Volumen Speicherniveau |
Gesamtvolumen 4 m³ (2 x 2 m³) Speicherniveau 38 bar Ausgehend von einem Kompressor mit maximalen Volumenstrom von 2,5 m³/min + Nachverdichter |
Gesamtvolumen 6 m³ (3 x 2 m³) Speicherniveau 10,5 bar Ausgehend von einem Kompressor mit 2,5 m³/min |
Angenommen: 2 m³ Volumen, Speicherniveau 7 bar. Angenommen bei keiner gleichzeitigen Bedarfsversorgung. Wird durch einen Kompressor mit 2,5 m³/min versorgt |
Betriebs-Charakteristika
Energetische Kennwerte
| Bauart | Hochdruckspeicherkonzept | Niederdruckkonzept | Standardspeicher |
| Volumetrische Speicherdichte (Energiedichte) |
Energiedichte bei der Hochdruckspeicherung (38 bar): 3,85 kWh/m³ |
Energiedichte bei der Niederdruckspeicherung (10,5 bar): 0,47 kWh/m³ |
Zur Energiedichte bei einem Standardspeicher von 2 m³ und einem Speicherniveau von ca. 7 bar liegen zwar keine Daten vor, dennoch ist ein Wert < 0,47 kWh/m³ zu erwarten |
| Gravimetrische Speicherdichte | Keine Literatur dazu gefunden. | ||
| Entladezeit | Ergibt sich aus der Formel
Ergab beim Hochdruckspeicherkonzept bei einem maximalen Druckluftbedarf von 2.5 m³ eine Entladezeit von 50 min. |
Ergibt sich aus der Formel
Ergab beim Niederdruckspeicherkonzept bei einem maximalen Druckluftbedarf von 2.5 m³ eine Entladezeit von 10 min. |
Ergibt sich aus der Formel
Ein 2 m³ Speicher, der ein Druckintervall von 7–7,5 bar bzw. 7–8 bar bedient und dabei einen Bedarf von 2,5 m³/min versorgen muss, ist zwischen 0,4–0,8 min entleert. Bei entsprechend höherem Bedarf entleert sich der Behälter dementsprechend schneller. |
| Beladezeit | Die Beladzeit bei gleichzeitigen Bedarfsversorgung ergibt sich aus der Formel:
Die Beladezeit ergibt sich zwar aus dieser Formel, kann aber so nicht genau angegeben werden, da der Volumenstrom des Nachverdichters nicht bekannt ist. |
Die Beladzeit bei gleichzeitigen Bedarfsversorgung ergibt sich aus der Formel:
Die Beladzeit ist somit bedarfsabhängig:
Maximaler Bedarf: Keine Versorgung möglich, da keine Druckluftmenge für die Speicherung zur Verfügung steht. |
Die Beladzeit bei keiner gleichzeitigen Bedarfsversorgung ergibt sich aus der Formel:
Um einen 2 m³ Speicher bei einem Volumenstrom von 2500 m³/min in einem Druckintervall zwischen 7–7,5 bar und 7–8 bar zu füllen, dauert es zwischen 0,4–0,8 Minuten. |
Wirtschaftliche Kennwerte
| Bauart | Hochdruckspeicherkonzept | Niederdruckkonzept | Standardspeicher |
| Investkosten/kWh |
Die Investitionskosten umfassen hierbei sowohl die Kosten für die Speicher als auch für die zusätzlichen Komponenten (z.B. Nachverdichter und Ventile). Durch die gelieferte Energiemenge kommt man dabei auf einen Wert von 3.655 €/kWh | Die Investitionskosten umfassen die Kosten für den Speicher und die zusätzlichen Komponenten (Ventile). Durch die gelieferte Energiemenge kommt man dabei auf einen Wert von 6.555 €/kWh | Ein 2 m³ Speicher mit einem maximalen Druckniveau von 11 bar kostet 3.845 €. Genaue Werte für die gelieferte Energiemenge sind nicht bekannt, daher wurde der Quotient nicht berechnet. |
| Platzbedarf/kWh | 0,13 m²/kWh | 1,1 m²/kWh | Der Platzbedarf eines 2 m³ Speichers beläuft sich auf ca. 1 m². Genaue Werte für die gelieferte Energiemenge sind nicht bekannt, daher wurde der Quotient nicht berechnet. |
| Wartungs- und Instandhaltungskosten/kWh | Keine Quelle dazu verfügbar. Jedoch müssen die Behälter mindestens alle 5 Jahre eine Innere Prüfung (d.h. Innerer Zustand des Behälters) und mindestens alle 10 Jahre einer Druckprüfung unterzogen werden. Dabei wird die Dichtheit des Druckluftbehälters überprüft. | ||
| Typische Lebensdauer in Ladezyklen | Ein Druckluftspeicher hat unendlich viele Ladezyklen. | ||
Technologische Kennwerte
| Bauart | Hochdruckspeicherkonzept | Niederdruckkonzept | Standardspeicher |
| Ökobilanz | Keine klimaschädlichen Stoffe im Einsatz. Es fällt lediglich Kondensat aus, das nochmals aufbereitet werden muss. Ist jedoch nicht auf den Speicher zurückzuführen, sondern auf den Verdichter. Bei der hier dargestellten Form der Hochdruck- und Niederdruckspeicherung sind die Behälter nach der Aufbereitung platziert, es fällt nur sehr wenig bis gar kein Kondensat aus, da die Aufbereitungsanlage den Großteil des Kondensats bereits abfängt. | ||
| Gefährdungspotenzial | Ungefährlich | ||
| Systemkomplexität | Niedrig – mittel | ||
Subjektive Technologie-Portfolio-Analyse
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | ||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Umrüstaufwand zur nachträglichen Integration | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig ,Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Spezifische Speicherkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig , Gelb = mittel, Rot = hoch) | ||
| Spezifische Platzbedarf | Wie groß ist die volumetrische Speicherdichte (Grün = Hoch, Gelb = Mittel, Rot = Niedrig) | |||
| Speicherverluste | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) |
Zusammenfassung genereller Vor- und Nachteile
Vorteile
Nachteile
Anwendungsbeispiele
Druckluftspeicher sind in fast allen Druckluftanlagen ein elementarer Bestandteil des Systems.
Druckluft selbst wird zur Steuerung von pneumatischen Anlagen, Werkzeugen, Reinigungsanlagen, in der Lebensmittelindustrie und vielen weiteren Bereichen als Energieform verwendet.
Literaturverzeichnis