Relevante Energieformen
| Endenergieform | Nutzenergieform | Nebenenergieform(en) |
| Elektrische Energie | Mechanische Energie | Thermische Energie (Wärme) |
Kurzbeschreibung
Der Synchronmotor erzeugt im Gegensatz zum Asynchronmotor eine Drehzahl die sich synchron zur Umrichterfrequenz dreht.
- Die Drehzahl kann über n= f/p berechnet werden (f = Umrichterfrequenz, p = Polpaarzahl, n = Drehzahl).
- Ein eingeprägter Drehstrom im Stator erzeugt ein rotierendes Magnetfeld.
- Der Rotor, der je nach Ausführung mit Wicklungen oder Permanentmagneten im Rotorreferenzsystem ein gleichbleibendes magnetisches Feld erzeugt, erfährt ein Drehmoment aufgrund der Lorentzkraft.
Berechnung des Umwandlungswirkungsgrades, typische Werte
Wirkungsgrad im Motorbetrieb:
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Wirkungsgrad im Generatorbetrieb:
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Der Wirkungsgrad ergibt sich aus dem Quotienten der abgegebenen und zugeführten Leistung. Die Differenz ist die Verlustleitung. Die Verlustleistung ergibt sich zum größten Teil aus den Kupferverlusten des Stators für n Phasen mit dem Widerstand R und dem effektiven Phasenstrom Ieff:
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Die Rotorverluste ergeben sich im equivalenten Ersatzschaltbild aus den quadrierten induzierten Strömen mal dem equivalenten Rotorwiderstand.
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Eisenverluste im Stator und Rotor können über die Steinmetzgleichung angenähert werden und sind sehr stark vom Herstellungsverfahren und der Geometrie abhängig.
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Wirkungsgrad bis zu 95–99 %
(Fischer 2006)
Betriebs-Charakteristika
| Bauart | Fremderregt | Permanenterregt |
| Typisches Lastprofil Energieeingang (Endenergie) | dynamisch/stufenlos | dynamisch/stufenlos |
| Typisches Lastprofil Energieausgang (Nutzenergie) | dynamisch/stufenlos | dynamisch/stufenlos |
| Minimale Länge eines Betriebszyklus (Mindestlaufzeit, inverse Schalthäufigkeit) | Im Millisekundenbereich je nach Motor | |
| Typische Anfahrzeiten | <1 sek | <1 sek |
| Regelbar? | Stufenlos | Stufenlos |
| Wandlungsrichtung umkehrbar? | ja | ja |
| Weitere Betriebscharakteristika | Im Feldschwächebereich gibt es deutlich mehr Verluste. | |
Energetische Kennwerte
| Bauart | Fremderregt | Permanenterregt |
| Verfügbare Leistungsstufen/-klassen | stufenlos | stufenlos |
| Nennleistung oder vergleichbarer Wert | 50 kW–1 GW | 50 W–375 kW |
| Abhängigkeit des Wirkungsgrades von der Auslastung | ja | ja |
| Nutzbarer Anteil an Verlustleistung vorhanden? |
ja | ja |
Wirtschaftliche Kennwerte
| Bauart | Fremderregt | Permanenterregt |
| Nutzenergiekosten/kWh | Stromkosten | |
| Laufende Kosten p.a./kW | Kosten für Kohlebürsten | wartungsfrei |
| Investkosten/kW | Keine allgemeinen Angaben / Eigenschätzung (je nach Bauform/Stückzahl): 200–500 | |
| Platzbedarf/kW | Abhängig von Anzahl der Pole (Drehmoment, Drehzahl) | |
| Typische Lebensdauer/h | Keine einheitlichen Werte. Richtwert: 20.000 h (Nolle 2007) | |
Technologische Kennwerte
| Bauart | Fremderregt | Permanenterregt |
| Negative Aspekte der Ökobilanz (alle Lebensphasen) |
zwei der oben genannten Aspekte | zwei der oben genannten Aspekte |
| Gefährdungspotential (niedrige Drücke und Temperaturen, keine giftigen oder explosiven Stoffe) |
geringes Gefährdungspotential | geringes Gefährdungspotential |
| Systemkomplexität | robuste Bauweise | robuste Bauweise, einfach durch Laien zu bedienen |
Subjektive Technologie-Portfolio-Analyse
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Energetischer Impact | Hat die Technologie typischerweise einen bedeutenden Anteil am Strombedarf eines Fabrikbetriebes? (Grün = Tendenziell ja, Gelb = eher nicht, Rot = Nein (weil z.b. andere Energieträger)) | ||
| Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | |||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Grad der Prozessentkopplung | Wie stark beeinflusst die Anlage in der Regel den Hauptprozess? (Grün = Zwischen der Anlage und dem Hauptprozess befindet sich i.d.R. ein Speicher oder Netz, Gelb = Anlage ist tendentiell nahe am Prozess verbaut, Rot = Anlage hat i.d.R. direkt Einfluss auf den Prozess) | |||
| Möglichkeit des Energieträgerwechsels | Ist ein Energieträgerwechsel möglich? (Grün = Ja in der gleichen Anlage, Gelb = Mit einer zweiten Anlage, Rot = Nein) | |||
| Umrüstaufwand | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Erschließungskosten der Maßnahme | Wie hoch sind die spezifischen Investitionshöhen (Grün = niedrig (z.B. nur andere Regelungsart), Gelb = mittel, Rot = hoch (z.B. teure zweite Anlage muss installiert werden) | ||
| Spezifische Wandlerkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Rot = hoch) | |||
| Abrufkosten der Maßnahme | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) | sehr stark fallabhängig |
Entwicklungstendenz
Es gibt zahlreiche Entwicklungen zum Thema Elektromotoren, um den ohnehin hohen Wirkungsgrad zu verbessern. Zudem gibt es Entwicklung mehr unweltfreundliche Materialien zu verwenden (bspw. Eisenmagnete statt seltene Erde Magnete oder zumindest kleinere).
Zusammenfassung genereller Vor- und Nachteile
Vorteile
- hohe Dynamik (Voraussetzung für das Positionieren)
- sehr hoher Wirkungsgrad gegenüber Asynchronmotoren
Nachteile
- vergleichsweise teuer und nicht so robust wie Asynchronmotoren
- Synchronmotoren brauchen immer einen Umrichter
Anwendungsbeispiele
- Erzeugung von elektrischer Energie (z. B. Kraftwerke)
- Traktion (z. B. E-Auto, Förderbänder, Bearbeitungszentren, Hebebühnen etc.)
- Umwandlung der Energieform (Kompressor, Pumpen etc. )
- Stellglieder (z. B. Weichen)
Literaturverzeichnis
- Buchert, M., Manhart, A., Sutter, J. (2006): Untersuchung zu Seltenen Erden: Permanentmagnete im industriellen Einsatz in Baden-Württemberg. Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
- Fischer, R. (2006): Elektrische Maschinen. Hanser-Verlag
- Noll, E. (2007): Elektrische Maschinen Vorlesungsskript
- Weck, M.; Brecher, C. (2006): Werkzeugmaschinen 3: Mechatronische System, Vorschubantriebe, Prozessdiagnose. Springer-Verlag


