
Relevante Energieformen
| Endenergieform | Nutzenergieform | Nebenenergieform(en) |
| Elektrischer Strom | Kälte | Wärme < 100 °C |
Kurzbeschreibung
Durch die Energieaufnahme beim Verdampfungsvorgang des Kältemittels wird der Umgebung Wärme entzogen. Es wird dabei die Tatsache genutzt, dass die Temperatur, bei der das Kältemittel verdampft bzw. kondensiert druckabhängig ist. Die einzelnen Schritte des geschlossenen Kreisprozessen sind:
- Gasförmiges Kältemittel wird im Verdichter unter der Zufuhr elektrischer Energie komprimiert
- Im Verflüssiger wird das Kältemittel bei hohem Druck (=hohe Temperatur) unter Wärmeabgabe verflüssigt. Aus diesem Grund muss eine Kompressionskältemaschine stets rückgehkühlt werden
- In Expansionsventil wird der Druck weiter gesenkt
- In Verdampfer wird das Kältemittel bei niedrigem Druck (=niedrige Temperatur) unter Wärmeaufnahme verdampft.
(Ihle, C 2006)
Funktionsskizze

Benutzer:Hadhuey, Schema Kompressionskältemaschine, als gemeinfrei gekennzeichnet
Berechnung des Umwandlungswirkungsgrades, typische Werte
Maß für die Effizienz einer Kompressionskältemaschine ist die Leistungszahl EER (Energy Efficiency Ratio). Der theoretisch maximale Wirkungsgrad ist der des idealen Kreisprozesses ohne Verluste („Carnot-Prozess“). Dieser berechnet sich aus dem Quotienten aus Temperatur im Verdampfer und der Differenz zwischen der Temperatur im Verdampfer und dem Kondensator (Langeheincke, Jany, Thieleke, Langeheincke, Kaufmann 2013).
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Typische Werte liegen für luftgekühlte Systeme im Bereich zwischen 1,6 und 4 und für wassergekühlte Systeme zwischen 2,6 und 6,4 [12].
Bauarten
| Bauart | Turboverdichter | Schraubenverdichter | Scrollverdichter | Hubkolbenverdichter |
Betriebs-Charakteristika
| Bauart | Turboverdichter | Schraubenverdichter | Scrollverdichter | Hubkolbenverdichter |
| Typische Anfahrzeiten | Kompressionskältemaschinen haben im Vergleich zu Absorptionskältemaschinen eine höhere Anfahrdynamik jedoch schlechtere Leistungszahlen im Teillastbetrieb (Benz 2012) | |||
| Regelbarkeit |
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| Unabhängig von der Verdichterbauart kann die Leistung des Kältekreislaufprozesses über Saugrdrossel- und Heißgas-Bypass-Regelungen (nicht energieeffizient) oder über Verbundsysteme aus mehreren kleinen Anlagen geregelt werden (Siemens) | ||||
Energetische Kennwerte
| Bauart | Turboverdichter | Schraubenverdichter | Scrollverdichter | Hubkolbenverdichter |
| Verfügbare Leistungsstufen/
-klassen |
4.000 – 30.000 kW | 80 – 12.000 kW | 10 – 100 kW | 3 – 650 kW |
| Wirkungsgrad in Abhängigkeit der Auslastung | Je geringer die Verdichterdrehzahl, desto höher ist die Energieeffizienz. Theoretisch ist die Antriebsleistung des Verdichters proportional zur dritten Potenz der Drehzahl (Siemens). Allgemein ist es jedoch stark von der Regelungsart abhängig, wie sich der Wirkungsgrad mit der Auslastung verhält. | |||
| Nutzbarer Anteil der Verlustleistung | Die Abwärme von Kompressionskältemaschinen kann prinzipiell genutzt werden, wenn Wärme auf dem zur Verfügung stehenden Temperaturniveau (meist ca. 30-40°C) benötigt wird. | |||
Technologische Kennwerte
| Bauart | Turboverdichter | Schraubenverdichter | Scrollverdichter | Hubkolbenverdichter |
| Negative Aspekte der Ökobilanz (alle Lebensphasen) | Für die Umweltbilanz von Kompressionskältemaschinen ist neben dem Wirkungsgrad auch das eingesetzte Kältemittel entscheidend. Typische Kältemittel sind Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW). Es existieren aber auch „natürliche“ Kältemittel wie Ammoniak (R717), Propan (R290) oder Kohlenstoffdioxid (R744). (Siemens; Kulterer 2007) | |||
Subjektive Technologie-Portfolio-Analyse
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Energetischer Impact | Hat die Technologie typischerweise einen bedeutenden Anteil am Strombedarf eines Fabrikbetriebes? (Grün = Tendenziell ja, Gelb = eher nicht, Rot = Nein (weil z.b. andere Energieträger)) | ||
| Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | |||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Grad der Prozessentkopplung | Wie stark beeinflusst die Anlage in der Regel den Hauptprozess? (Grün = Zwischen der Anlage und dem Hauptprozess befindet sich i.d.R. ein Speicher oder Netz, Gelb = Anlage ist tendentiell nahe am Prozess verbaut, Rot = Anlage hat i.d.R. direkt Einfluss auf den Prozess) | |||
| Möglichkeit des Energieträgerwechsels | Ist ein Energieträgerwechsel möglich? (Grün = Ja in der gleichen Anlage, Gelb = Mit einer zweiten Anlage, Rot = Nein) | |||
| Umrüstaufwand | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Erschließungskosten der Maßnahme | Wie hoch sind die spezifischen Investitionshöhen (Grün = niedrig (z.B. nur andere Regelungsart), Gelb = mittel, Rot = hoch (z.B. teure zweite Anlage muss installiert werden) | ||
| Spezifische Wandlerkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Rot = hoch) | |||
| Abrufkosten der Maßnahme | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) | sehr stark fallabhängig |
Best Available Technology
Ja – Mit Kompressionskältemaschinen kann prinzipiell Energieflexibilität bereitgestellt werden. Die Höhe des Flexibilitätspotenzials ist abhängig von den vorhandenen Speicherpotenzialen für die produzierte Kälte.
Entwicklungstendenz
Die Technologie ist weitestgehend ausgereift. Es wird jedoch an natürlichen Kältemitteln und an der weiteren Steigerung der Wirkungsgrade geforscht.
Zusammenfassung genereller Vor- und Nachteile
Vorteile
- Geschlossener Kreislauf
- hohe Dynamik
- geringer Platzbedarf
Nachteile
- Hoher Energieverbrauch
- Kältemittel haben hohes Treibhauspotential
- empfindlich gegenüber Undichtigkeiten
Anwendungsbeispiele
Kompressionskältemaschinen werden i.d.R. überall dort verwendet, wo eine direkte Kühlung über die Umgebungsluft aufgrund der benötigten Temperaturniveaus nicht immer möglich ist. Beispiele sind z.B. die Kühlung verschiedenster Maschinen oder Laborgebäuden.
Literaturverzeichnis
- Albers, K (2017): Taschenbuch für Heizung- und Klimatechnik. 78. Auflage. Band 2: München: Recknagel
- BUCHER AG: Kälteanlagen Kältemaschine. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 30.07.2019
- Benz, A (2012): Kälte durch Wärme erzeugen. zuletzt geprüft am 30.07.2019 (PDF Download)
- Hesselbach J (2014): Energie- und klimaeffiziente Produktion
- Ihle, C (2006): Klimatechnik mit Kältetechnik
- Kältetechnik, Siemens
- Kulterer K (2007): Energieeffizienz in Kältesysteme. zuletzt geprüft am 30.07.2019 (PDF Download)
- Kompressor.one: Schraubenkompressor Funktionsweise. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 30.07.2019
- Langeheincke, Jany, Thieleke, Langeheincke, Kaufmann (2013): „Thermodynamik für Ingenieure“ S. 256

