Relevante Energieformen
| Endenergieform | Nutzenergieform | Nebenenergieform(en) |
| Elektrische Energie (Strom) | Mechanische Energie | Thermische Energie (Wärme) |
Kurzbeschreibung
Physikalisches Prinzip:
Verdunstung des Kühlwassers
Der Kühlprozess startet mit dem Einströmen des Warmwassers und des Luftstroms. Der Luftstrom tritt durch Lamellen, die Verunreinigungen und das Austreten von Kühlwasser vermeiden, in den Kühlturm ein. Die einströmende Luft verteilt sich anschließend auf die Fläche der Kühleinbauten und bewegt sich durch den erzeugten Druck der Ventilatoreinheit durch den Kühlturm. Die Ventilatoren transportieren die Luft dabei entweder saugend oder drückend durch den Kühlturm. Das Warmwasser gelangt über Sprühdüsen in den Innenraum. Die Aufgabe der Sprühdüsen ist die gleichmäßige Verteilung des Wassers im Kühlturm, um die maximale Kühlwirkung zur erreichen (Erens, Reuter 2013).
An den Kühleinbauten erfolgt der Großteil der Wärme- und Stoffübertragung. Sie sind meistens aus Kunstoffen, Metallen oder Holz produziert. Durch die verschiedenen Strömungsrichtungen von Wassertropfen und Luft, sowie der Bauweise der Kühleinbauten entsteht ein intensiver Kontakt zwischen Wasser und Luft, der die Abkühlung des Wassers begünstigt (Maurer 2011). Zum Abschluss tropft das abgekühlte Wasser entgegen der Zuluft in das Kühlwasserbecken. Das Kühlwasserbecken dient dazu gekühltes Wasser aufzufangen und zu speichern.
Hybride Kühltürme vereinen Elemente von Nass- und Trockenkühltürmen. Analog zu diesen Kühlturmtechnologien, wird warmes Kühlmedium durch Wärme- und Stoffübergang an die Umgebung abgeführt. Je nach Betriebsweise geschieht das entweder über die reine luftseitige Übertragung (Freie Kühlung, Trockenbetrieb) oder durch zusätzliches Versprühen von Kühlwasser (Sprühbetrieb). Dadurch kann der Betrieb individuell an den aktuellen Kühlbedarf angepasst werden.
Je nach Betriebsweise sind die elektrisch betriebenen Komponenten (Ventilator, Kühlwasserpumpe) entsprechend geregelt:
| Betriebsweise | Ventilator | Kühlwasserpumpe |
| Freie Kühlung | aus | aus |
| Trockenbetrieb | ein | aus |
| Sprühbetrieb | ein | ein |
Entsprechend wirkt sich die Betriebsweise auf die notwendige elektrische Leistungsaufnahme des Kühlturms aus.
Typische Wärmequellen:
- Warmes Kühlwasser
- Außenluft
- relative Luftfeuchte
Berechnung des Umwandlungswirkungsgrades, typische Werte
Vereinfachte Merkelsche Hauptgleichung:
![]()
Die Masse des verdunstenden Wassers muss gleich der Zunahme der Wassermenge der Luft sein und die entzogene Wärme des Wassers muss der aufgenommenen Wärmemenge des Luftstroms entsprechen. Dadurch ergibt sich obige Energiebilanz.
Unterstützt kann der obige Effekt, in dem der Luftstrom durch einen Ventilator geregelt wird, dessen Leistungszunahme wie folgt beschrieben werden kann:
![]()
Abhängig von der angestrebten Kühlwassertemperatur und den Umgebungsbedingungen.
(Maurer 2011)
Bauarten
Bei offenen Kühltürmen wird zwischen Naturkühltürmen und Ventilatorkühltürmen unterschieden. Geschlossene Kühltürme arbeiten analog bspw. zu Kompressionskältemaschinen und werden daher an dieser Stelle nicht weiter thematisiert.
Betriebs-Charakteristika
| Bauart | Natur | Ventilator |
| Typische Lastprofile | Keine externe Energiezufuhr | In Abhängigkeit der Regelungsvariante des Ventilators |
| Maximale Schalthäufigkeiten | Nicht zutreffend | Wenige Minuten |
| Typische Anfahrzeiten | Nicht zutreffend | Wenige Minuten |
| Mindestlaufzeiten | Nicht zutreffend | Wenige Minuten |
| Regelbarkeit | Nicht zutreffend | Konstant, 2-Punkt-Regelung, Drehzahlregelung mittels FU |
| Weiteres | Nicht zutreffend | Gleiches gilt für möglichen vor- oder nachgelagerten Pumpeneinsatz |
Energetische Kennwerte
| Bauart | Natur | Ventilator |
| Verfügbare Leistungsklassen | k.A. | Bis ca. 100 kW |
| Wirkungsgrad in Abhängigkeit der Auslastung |
k.A. | Hohe Abhängigkeit der Auslastung (Darstellung in anlagenspezifischen Kennfeldern) |
| Nutzbarer Anteil der Verlustleistung |
Generelle Prüfung der Nutzen des Abschlämmungs-/Enthärtungswassers | |
| Verfügbare Energieniveaus | Bereich entspricht der Umgebungstemperatur | Bereich entspricht der kalten Kühlwassertemperatur |
| Weiteres | k.A. | Generell Kühlleistung analog zur Merkelschen Hauptgleichung, Pumpen-, Filter-, Ventilorleistung |
Wirtschaftliche Kennwerte
| Bauart | Natur | Ventilator |
| Kosten/kWh | Berechnen sich aus den spezifischen Stromkosten (€/kW_el) * Betriebsdauer | |
| Investkosten/kW | ca. 200–1.000 € | |
| Platzbedarf/kW | Abhängig von der Dimensionierung des Kühlturms, der Umweltbedingungen sowie Ventilatorleistung | |
| Typische Lebensdauer/h | Lebensdauer ca. 20–25 Jahre | |
Technologische Kennwerte
| Bauart | Natur | Ventilator |
| Ökobilanz | + | + |
| Gefährdungspotenzial | + | bei Adiabtik: regelmäßige Behandlung mit Bioziden verpflichtend nach VDI 2047 (Verein deutscher Ingenieure, 2017) |
| Systemkomplexität | + | + |
Subjektive Technologie-Portfolio-Analyse
Naturzugkühlturm |
||||
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Energetischer Impact | Hat die Technologie typischerweise einen bedeutenden Anteil am Strombedarf eines Fabrikbetriebes? (Grün = Tendenziell ja, Gelb = eher nicht, Rot = Nein (weil z.b. andere Energieträger)) | ||
| Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | |||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Grad der Prozessentkopplung | Wie stark beeinflusst die Anlage in der Regel den Hauptprozess? (Grün = Zwischen der Anlage und dem Hauptprozess befindet sich i.d.R. ein Speicher oder Netz, Gelb = Anlage ist tendentiell nahe am Prozess verbaut, Rot = Anlage hat i.d.R. direkt Einfluss auf den Prozess) | |||
| Möglichkeit des Energieträgerwechsels | Ist ein Energieträgerwechsel möglich? (Grün = Ja in der gleichen Anlage, Gelb = Mit einer zweiten Anlage, Rot = Nein) | |||
| Umrüstaufwand | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Erschließungskosten der Maßnahme | Wie hoch sind die spezifischen Investitionshöhen (Grün = niedrig (z.B. nur andere Regelungsart), Gelb = mittel, Rot = hoch (z.B. teure zweite Anlage muss installiert werden) | ||
| Spezifische Wandlerkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Rot = hoch) | |||
| Abrufkosten der Maßnahme | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) | sehr stark fallabhängig | ||
Ventialtor-belüfteter Kühlturm |
||||
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Energetischer Impact | Hat die Technologie typischerweise einen bedeutenden Anteil am Strombedarf eines Fabrikbetriebes? (Grün = Tendenziell ja, Gelb = eher nicht, Rot = Nein (weil z.b. andere Energieträger)) | ||
| Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | |||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Grad der Prozessentkopplung | Wie stark beeinflusst die Anlage in der Regel den Hauptprozess? (Grün = Zwischen der Anlage und dem Hauptprozess befindet sich i.d.R. ein Speicher oder Netz, Gelb = Anlage ist tendentiell nahe am Prozess verbaut, Rot = Anlage hat i.d.R. direkt Einfluss auf den Prozess) | |||
| Möglichkeit des Energieträgerwechsels | Ist ein Energieträgerwechsel möglich? (Grün = Ja in der gleichen Anlage, Gelb = Mit einer zweiten Anlage, Rot = Nein) | |||
| Umrüstaufwand | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Erschließungskosten der Maßnahme | Wie hoch sind die spezifischen Investitionshöhen (Grün = niedrig (z.B. nur andere Regelungsart), Gelb = mittel, Rot = hoch (z.B. teure zweite Anlage muss installiert werden) | ||
| Spezifische Wandlerkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Rot = hoch) | |||
| Abrufkosten der Maßnahme | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) | sehr stark fallabhängig | ||
Hybrider Kühlturm |
||||
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Energetischer Impact | Hat die Technologie typischerweise einen bedeutenden Anteil am Strombedarf eines Fabrikbetriebes? (Grün = Tendenziell ja, Gelb = eher nicht, Rot = Nein (weil z.b. andere Energieträger)) | ||
| Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | |||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Grad der Prozessentkopplung | Wie stark beeinflusst die Anlage in der Regel den Hauptprozess? (Grün = Zwischen der Anlage und dem Hauptprozess befindet sich i.d.R. ein Speicher oder Netz, Gelb = Anlage ist tendentiell nahe am Prozess verbaut, Rot = Anlage hat i.d.R. direkt Einfluss auf den Prozess) | |||
| Möglichkeit des Energieträgerwechsels | Ist ein Energieträgerwechsel möglich? (Grün = Ja in der gleichen Anlage, Gelb = Mit einer zweiten Anlage, Rot = Nein) | |||
| Umrüstaufwand | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Erschließungskosten der Maßnahme | Wie hoch sind die spezifischen Investitionshöhen (Grün = niedrig (z.B. nur andere Regelungsart), Gelb = mittel, Rot = hoch (z.B. teure zweite Anlage muss installiert werden) | ||
| Spezifische Wandlerkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Rot = hoch) | |||
| Abrufkosten der Maßnahme | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) | sehr stark fallabhängig | ||
Entwicklungstendenz
In Verbindung mit FU geregelten Pumpen und Ventilatoren können sowohl einzelne als auch miteinander verschaltete Kühlturmverbunde hinsichtlich ihres Energie- und Wasserbedarfs optimiert werden.
Zusammenfassung genereller Vor- und Nachteile
Vorteile
- Mittlerer Temperaturbereich
- Mittlerer Energieverbrauch
- Geringer Wasserverbrauch
- Geringe Umweltauswirkungen
- Gute Einsetzbarkeit in wärmeren Klimazonen
- Geringe Schwadenbildung
- Sehr gute Regelbarkeit
Nachteile
- Hohe Betriebskosten
- Höherer Invest ggü. anderer Kühlturmtechnologien
- Zusätzliche Aufbereitung des Kühlwassernotwendig
- Wartungsplanung zur Vorbeugung von Verunreinigungen
(Berger, Eisenhut 2012)
Anwendungsbeispiele
Weite Verbreitung zur Kühlung unterschiedlichen Produktionsmaschinen oder Querschnittstechnologies wie z.B. Kompressoren in unterschiedlichen Industriezweigen entweder als einzelner Kühlturm oder in Form eines Verbundes bestehend aus mehreren Kühltürmen.
Literaturverzeichnis
- Berger, H, Eisenhut, T. (2012): Energieeffiziente Kühlsysteme, Umweltbundesamt GmbH, Wien
- Erens, P. J., Reuter, H. C. R. (2013): N4 Kühltürme, in: VDI-Wärmeatlas, Springer Verlag, Berlin S. 1655–1674
- Maurer, T. (2011): Hintergrundinformationen zur Merkel-Zahl, www.technikerexpertise.de, 16.12.2016




