
Relevante Energieformen
| Endenergieform | Nutzenergieform | Nebenenergieform(en) |
| Elektrische Energie (Strom) | Thermische Energie (Wärme) | Thermische Energie (Wärme) |
Kurzbeschreibung
Gebäudelüftungsanalagen dienen der kontrollierten Belüftung über mechanische Mittel.
Prozessablauf (Schönemann et al.):
- Außenluft wird über Ventilator angesaugt (Verdichtung)
- Filter regeln die Reinheit der Außenluft (evtl. Regelung der Luftfeuchte)
- Heiz- und Kühlanlagen regeln die Temperatur, auch über Wärmerückgewinnung aus der Abluft
- Gebäudeluft wird über Ventilatoren und durch Filtersysteme aus dem Gebäude nach Außen gesaugt (Verdichtung)
Energetisch interessante Bestandteile der Raumlüftung sind die Wärmerückgewinnung (evtl. mit Feuchteübertragung) und die Luftvorwärmung bzw. Heizregister.
(Handbuch ressourcenorientierte Produktion 2014)
Funktionsskizze

Quelle: Synergiebuch
Berechnung des Umwandlungswirkungsgrades, typische Werte
Ventilator:
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Abhängig von der Temperaturspreizung zwischen Innen und Außenluft, sowie des Luftvolumenstroms
Heiz und Kühlanlagen:
Heizspule:
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Elektrische Heizspulen wandeln 100% der elektrischen Energie in Wärme um.
ηH = Wirkungsgrad der Heizspule
Kühlanlage:
Wirkprinzip über Verdichter, Verflüssiger, Expansion und Verdampfer. Wirkungsgrad abhängig von Kältemittel und Bauart.
(Dohmann 2016)
Wärmetauscher (-rückgewinnung):
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ηW = Wirkungsgrad des Wärmetauschers;
t1 = Temperatur der vorgewärmten Außenluft nach Wärmerückgewinnung;
tAUL = Temperatur der Außenluft;
tABL = Temperatur der Abluft
(Stahl 2013)
Betriebs-Charakteristika
| Bauart | Hybride Anlagen | Reine Zuluftanlagen | Reine Abluftanlagen |
| Typische Lastprofile | Zwischen 100 und 1.000 kW (In Abhängigkeit der Regelungsvariante der Ventilatoren) | k.A. | k.A. |
| Maximale Schalthäufigkeiten | Wenige Minuten | k.A. | k.A. |
| Typische Anfahrzeiten | Wenige Minuten | k.A. | k.A. |
| Mindestlaufzeiten | Wenige Minuten | k.A. | k.A. |
| Regelbarkeit | Meist über Sensorik (Temperatur, CO2, …) aber auch manuell | k.A. | k.A. |
Energetische Kennwerte
| Bauart | Hybride Anlagen | Reine Zuluftanlagen | Reine Abluftanlagen |
| Verfügbare Leistungsklassen | k.A. | k.A. | k.A. |
| Wirkungsgrad in Abhängigkeit der Auslastung | Mittlere Abhängigkeit, da Volumenstrom und Leistung der Ventilatoren korrelieren, Heiz und Kälteanlagen erhöhen ihren Wirkungsgrad mit zunehmender Auslastung | Geringe Abhängigkeit | Geringe Abhängigkeit |
| Nutzbarer Anteil der Verlustleistung | k.A. | k.A. | k.A. |
| Verfügbare Energieniveaus | k.A. | k.A. | k.A. |
Wirtschaftliche Kennwerte
| Bauart | Hybride Anlagen | Reine Zuluftanlagen | Reine Abluftanlagen |
| Kosten/kWh | Abhängig von Systemgröße | k.A. | k.A. |
| Platzbedarf/kW | Abhängig von Systemgröße | k.A. | k.A. |
| Wartungs- und Instandhaltungskosten/kWh | Abhängig von Systemgröße | k.A. | k.A. |
| Typische Lebensdauer/h | 20–30 Jahre | k.A. | k.A. |
Technologische Kennwerte
| Bauart | Hybride Anlagen | Reine Zuluftanlagen | Reine Abluftanlagen |
| Typische Be- und Entladeleistungen | Beladungsleistung: 170 kW Entladungsleistung: 50 kW |
Kühlleistungen: 220 kW | Kühlleistungen: 220 kW Kühlleistungen: 30–40 W/m² Heizleistungen: 25–30 W/m² |
|
bzw. |
|||
| Typische Verlustleistungen in Abhängigkeit des Alters des Speichers | Die Verlustleistung ist unabhängig vom Alter des Speichers | ||
Subjektive Technologie-Portfolio-Analyse
| Technologieattratktivität | Industrielle Umsetzbarkeit | Umsetzbarkeit | Ist es technisch denkbar, diese Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität einzusetzen? (Grün = Ja, Gelb = Ggf., Rot =Nein) | |
| Komplexität | Wie komplex wäre der Einsatz dieser Technologie zur Bereitstellung von Energieflexibilität? (Grün = einfach, Gelb = eher komplex, Rot = sehr komplex oder nicht möglich) | |||
| Anwendbarkeit bei Industriepartnern | Wäre eine Flexibilisierung solcher Anlagen bei Industriepartnern direkt möglich? (Grün = Ja, Gelb=Nur mit größeren Umbaumaßnahmen, Rot = Nein) | |||
| Einsatzhäufigkeit und Verbreitung | Energetischer Impact | Hat die Technologie typischerweise einen bedeutenden Anteil am Strombedarf eines Fabrikbetriebes? (Grün = Tendenziell ja, Gelb = eher nicht, Rot = Nein (weil z.b. andere Energieträger)) | ||
| Verbreitung in Deutschland | Wie ist der Verbreitungsgrad der Technologie in Deutschland einzuschätzen? (Grün = hoch, Gelb = mittel, Grün = niedrig) | |||
| Umrüstaufwand und Integration | Technology Readiness Level | Wie weit ist die Technologie entwickelt? (Grün = TRL 7-9 Gelb = TRL 4-6, Rot = 1-3) | ||
| Grad der Prozessentkopplung | Wie stark beeinflusst die Anlage in der Regel den Hauptprozess? (Grün = Zwischen der Anlage und dem Hauptprozess befindet sich i.d.R. ein Speicher oder Netz, Gelb = Anlage ist tendentiell nahe am Prozess verbaut, Rot = Anlage hat i.d.R. direkt Einfluss auf den Prozess) | |||
| Möglichkeit des Energieträgerwechsels | Ist ein Energieträgerwechsel möglich? (Grün = Ja in der gleichen Anlage, Gelb = Mit einer zweiten Anlage, Rot = Nein) | |||
| Umrüstaufwand | Wie wird der Aufwand zur Befähigung der Anlage eingeschätzt? (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Grün = noch) | |||
| Ressourcenstärke | Übertragbarkeit | Übertragbarkeit | Wie gut lässt sich eine Lösung zur Flexibilisierung dieser Anlage auf andere Anlagen übertragen? (Grün = Technologien sind immer ähnlich aufgebaut, Lösungen sind also übertragbar, Gelb = Keine Aussage möglich, Rot = Sehr Prozessspezifisch bzw. standortspezifisch) | |
| Wirtschaftlichkeit | Erschließungskosten der Maßnahme | Wie hoch sind die spezifischen Investitionshöhen (Grün = niedrig (z.B. nur andere Regelungsart), Gelb = mittel, Rot = hoch (z.B. teure zweite Anlage muss installiert werden) | ||
| Spezifische Wandlerkosten | Wie hoch sind die spezifischen Speicherkosten (Grün = niedrig, Gelb = mittel, Rot = hoch) | |||
| Abrufkosten der Maßnahme | Wie groß ist die Verlustleistung über die Zeit? (Standverluste, Grün = Langzeitspeicher Gelb = Stundenspeicher, Rot = Kurzzeitspeicher) | sehr stark fallabhängig |
Zusammenfassung genereller Vor- und Nachteile
Vorteile
- Lange Lebensdauern
- Hohe Wirkungsgrade
- Gute Speicherbarkeit der Nutzenergie innerhalb der Gebäude
Nachteile
- Hohe Anschaffungs- und Betriebskosten
- Vor allem in KMUs wenig Know-How über optimale Nutzung
Anwendungsbeispiele
Produktionsanlagen, Bürokomplexe, Reinräume, Hörsäle, Lebensmittelverarbeitung
Literaturverzeichnis
- Dohmann, Joachim (2016): Thermodynamik der Kälteanlagen und Wärmepumpen. Grundlagen und Anwendungen der Kältetechnik. Springer Vieweg, Berlin, Heidelberg
- Handbuch ressourcenorientierte Produktion (2014). [Elektronische Ressource]. Hanser (Hanser eLibrary), München
- Schönemann, Malte; Herrmann, Christoph; Kwade, Arno; Kara, Sami: Multiscale simulation approach for battery production systems. Dissertation (Sustainable production, life cycle engineering and management)
- Schweizer, Anton (2017): Formelsammlung und Berechungsprogramme für Anlagentechnik. Online verfügbar, zuletzt aktualisiert am 08.05.2017, zuletzt geprüft am 26.05.2017
- Stahl, Manfred (2013): Grundlagen: Wärmerückgewinnung in RLT-Anlagen. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 26.05.2017
